Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung
2023 lebten in Deutschland rund 24,9 Millionen Menschen mit einem sogenannten Migrationshintergrund – das entspricht 29,7 Prozent der Bevölkerung (2022 lag der Anteil bei 28,7 Prozent).Viele Faktoren führen dazu, dass Migrantinnen und Migranten etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind wie Personen ohne Migrationshintergrund. In den vergangenen Jahren verzeichnet Deutschland eine wachsende Neuzuwanderung – insbesondere aus den EU-Ländern und den Krisenregionen der Welt. Viele von ihnen verfügen über berufliche Bildungsabschlüsse oder andere wertvolle Qualifikationen, die hierzulande oft nicht anerkannt werden. Gleichzeitig suchen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Deutschland vor dem Hintergrund des demographischen Wandels zunehmend qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland - Fachkräfteengpässe werden immer deutlicher spürbar.
Der Auftrag des Förderprogramms IQ
Vor diesem Hintergrund müssen alle Potenziale, insbesondere auch die von Migrantinnen und Migranten, aktiviert werden. Zusätzlich benötigen Fachkräfte aus dem Ausland bessere Perspektiven, um in Deutschland in ihrem erlernten Beruf arbeiten zu können. Das Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung arbeitet seit 2005 an der Zielsetzung, die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern.
Die Wahrnehmung von Menschen mit Migrationshintergrund ist häufig defizitär geprägt. Nicht nur für eine vielfältige Gesellschaft ist es wichtig, den Blick für die Potenziale von Eingewanderten zu schärfen und Diskriminierungen abzubauen, sondern auch für eine gelingende Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund.
Nach dem erfolgreichen Verlauf des Förderprogramms IQ in der ESF-Förderperiode 2014 bis 2020 und vor dem Hintergrund der zunehmenden beruflichen Passungsprobleme am Arbeitsmarkt, wird das Programm in der ESF Plus Förderperiode 2021 bis 2027 weiterentwickelt. Zur nachhaltigen Stärkung der Fachkräftegewinnung und -sicherung in Deutschland knüpft es dabei an den bisher erzielten Ergebnissen an und entwickelt inhaltlich neue Konzepte und Lösungen. Von zentralem Interesse ist, die nachhaltige und bildungsadäquate Integration von erwachsenen Menschen ausländischer Herkunft in den Arbeitsmarkt zu verbessern. Darüber hinaus sollen etwaige prekäre Beschäftigungsbedingungen überwunden werden.
Das in allen 16 Bundesländern aktive Programm wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Europäische Union über den ESF Plus in zwei Förderrunden – 2023 bis 2025 und 2026 bis 2028 – finanziert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) administriert. In der Förderrunde 2023 bis 2025 steht ein Fördervolumen von 210 Millionen Euro für bundesweit rund 270 Teilvorhaben zur Verfügung. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).
Die Struktur des Förderprogramms IQ
Die regionale Umsetzung des Förderprogramms ist zentrale Aufgabe der Regionalen Integrationsnetzwerke (RIN) in den Bundesländern. Sie werden jeweils von einer Koordination geleitet und umfassen weitere operative Teilvorhabenpartner. Diese bieten für Ratsuchende mit ausländischen Qualifikationen Qualifizierungsmaßnahmen an und setzen diese um. Darüber hinaus übernehmen die IQ Servicestellen Fachkräfteeinwanderung die Funktion für Arbeitsmarktakteure, indem sie diese über Informationen, Beratungen und Trainings für die spezifischen Belange von Migrantinnen und Migranten sensibilisieren und fachliches Know-how vermitteln.
Auf Bundesebene arbeiten das IQ Vernetzungsprojekt und die drei IQ Fachstellen Anerkennung und Qualifizierung, Faire Integration sowie Einwanderung und Integration eng zusammen. Das Vernetzungsprojekt und die Fachstellen unterstützen die Programmakteure bei der Umsetzung des Programms in den Regionen, sorgen für eine (fachspezifische) Vernetzung, die Identifizierung von IQ Good Practice und verbreiten Arbeitsergebnisse im Netzwerk und in der Fachöffentlichkeit.
Die Beratungsstellen von Faire Integration beraten und informieren in allen Bundesländern Geflüchtete und Drittstaatler*innen, die nicht aus der EU kommen, bei sozial- und arbeitsrechtlichen Fragestellungen und werden von der Fachstelle Faire Integration unterstützt und koordiniert.
Bundesweite Unterstützungsstruktur im Förderprogramm IQ
Auf Bundesebene arbeiten das IQ Vernetzungsprojekt und die zwei IQ Fachstellen “Anerkennung und Qualifizierung” sowie “Einwanderung und Integration” eng zusammen. Das Vernetzungsprojekt und die Fachstellen unterstützen die Programmakteure bei der Umsetzung des Programms in den Regionen, sorgen für eine (fachspezifische) Vernetzung, die Identifizierung von IQ Good Practice und verbreiten Arbeitsergebnisse im Netzwerk und in der Fachöffentlichkeit.
Die Beratungsstellen von Faire Integration beraten und informieren in allen Bundesländern Geflüchtete und Drittstaatler*innen, die nicht aus der EU kommen, bei sozial- und arbeitsrechtlichen Fragestellungen und werden von der Fachstelle Faire Integration unterstützt und koordiniert.
