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Asyl – und dann? BAMF-Studie beschreibt Lebenssituation anerkannter Flüchtlinge

[BAMF] Anerkannte Flüchtlinge, die schon mehrere Jahre in Deutschland leben, sind mit ihrer privaten Lebenssituation überwiegend zufrieden. Das geht aus der BAMF-Flüchtlingsstudie 2014 des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) hervor, die jetzt veröffentlicht wurde. Demnach geben mehr als 70 Prozent der Befragten an, mit ihrer Wohn-, Gesundheits- und familiären Situation sowie ihren sozialen Kontakten zufrieden zu sein. Zudem möchte eine Mehrheit von rund 85 Prozent dauerhaft in Deutschland bleiben.

Für die repräsentative Untersuchung wurden Flüchtlinge aus sechs wichtigen Herkunftsländern befragt, die ihren Asylstatus in den Jahren zwischen 2008 und 2012 erhalten haben. Auch für die große Zahl von Neuankömmlingen der Jahre 2015 und 2016 und deren Integration in die Gesellschaft lassen sich aus der Studie Lehren ziehen. "Die Ergebnisse zeigen uns, dass unsere Verbesserungen im Asylverfahren und unsere Anstrengungen für eine frühzeitige, umfassende Integration richtig sind", sagt Dr. Uta Dauke, Vizepräsidentin des Bundesamtes. "Wir fühlen uns dadurch in unserem Weg bestärkt."

Eine der größten Studien zu Flüchtlingen in Deutschland

In der Debatte um die seit 2015 nach Deutschland eingereisten Flüchtlinge wird oft vergessen, dass schon einige Jahre zuvor die Asylzahlen anstiegen und viele Antragsteller anerkannt wurden. Über ihre Lebenssituation nach dem Durchlaufen des Asylverfahrens war bisher fast nichts bekannt. Aus den Zahlen der BAMF-Flüchtlingsstudie 2014 lässt sich nun ablesen, dass der Wunsch der Flüchtlinge nach Teilhabe am Arbeitsmarkt in Deutschland sehr ausgeprägt ist, auch bei denjenigen, die zum Befragungszeitpunkt nicht arbeiteten. Der Studie zufolge gehen gut 45 Prozent der Befragten einer Erwerbstätigkeit nach oder befinden sich in schulischer oder beruflicher Ausbildung. Knapp zwei Drittel bringen Berufserfahrung aus dem Herkunftsland mit. 82 Prozent der befragten anerkannten Flüchtlinge haben mindestens einen Sprachkurs besucht, meist einen Integrationskurs des Bundesamts, aber auch berufsbezogene Sprachförderkurse. Insgesamt ist trotz einiger Schwierigkeiten im Alltagsleben eine ausgeprägte Dankbarkeit, in Deutschland sicher leben zu dürfen, und eine hohe Motivation zur gesellschaftlichen Teilhabe festzustellen.

Das BAMF-Forschungszentrum befragte für die bundesweit angelegte Untersuchung rund 2.800 Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Iran, Afghanistan, Eritrea und Sri Lanka schriftlich. Damit ist die Studie nicht nur die erste, die diese Bevölkerungsgruppe systematisch in den Blick nimmt, sondern auch eine der größten zu Flüchtlingen in Deutschland überhaupt.

Die komplette Studie finden Sie hier unter www.bamf.de/fluechtlingsstudie.

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