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Anerkennungsberatung im IQ Netzwerk Hessen - Besonderheiten der hessischen Struktur

Ein wohnortnahes und hessenweites Angebot an Face-to-Face Beratung etablieren - dieses Konzept bildete in 2014 die Grundlage für den Aufbau eines Anerkennungsberatungsangebots in allen 26 hessischen Landkreisen und kreisfreien Kommunen durch das IQ Netzwerk Hessen.

Gesucht: Leicht zugängliches, barrierefreies und niedrigschwelliges Beratungsangebot

Um Migrantinnen und Migranten eine individuelle Beratung und Begleitung bei allen Fragen rund um die Anerkennung ausländischer beruflicher Qualifikationen in Wohnortnähe bieten zu können, bedurfte es eines leicht zugänglichen, barrierefreien und niedrigschwelligen Beratungsangebots. Gemeinsam mit den zuständigen hessischen Ministerien und der Regionaldirektion Hessen der Bundeagentur für Arbeit identifizierte man die Agenturen für Arbeit als geeignete Beratungsstandorte. Dabei wurde deutlich: Ein Beratungsangebot in allen Landkreisen und kreisfreien Kommunen lässt sich mit den vorhandenen Personalressourcen nur in Form einer mobilen Beratungsstruktur realisieren.

Konzept der mobilen Beratung

Das Konzept der mobilen Beratung im IQ Netzwerk Hessen beruht auf der Idee, dass nicht die Ratsuchenden zu den Beratungsstandorten reisen müssen, sondern die Anerkennungsberaterinnen und -berater zu den Ratsuchenden kommen. Zwar ist ein solches mobiles Beratungsmodell mit einem hohen Kosten- und Zeitaufwand für die Beraterinnen und Berater verbunden, jedoch bietet die mobile Beratung einen entscheidenden Vorteil für Ratsuchende: Gerade für Geflüchtete oder Personen, die im ländlichen Raum leben, stellt die Anfahrt zu einer Beratungsstelle eine große Herausforderung dar. Sie profitieren in besonderer Weise von den kürzeren Anfahrtswegen.

Gute Zusammenarbeit mit der Arbeitsverwaltung / Vernetzung mit regionalen Akteuren

Durch das „Vor-Ort-Sein“ der Fachberaterinnen und -berater in den Agenturen für Arbeit konnte sich über die Jahre eine gute Zusammenarbeit mit der Arbeitsverwaltung entwickeln. Die Agenturen und Jobcenter verweisen Ratsuchende an die Anerkennungsberatung, ohne dass dies für ihre Kundinnen oder Kunden mit hohen Reisekosten oder einem großen zeitlichen Aufwand verbunden ist. Durch die räumliche Nähe sind zudem Absprachen „auf dem kurzen Dienstweg“ möglich. Die „mobilen Büros“ in den Agenturen tragen nicht zuletzt dazu bei, dass sich die Anerkennungsberaterinnen und -beratern in den Landkreisen stärker vernetzen und damit das Angebot in ihrer Region besser verankern können.

4 feste Erstberatungsstellen als weiteres Beratungssegment

Neben der mobilen Beratung, die in Hessen an über 20 Standorten durch die Mobile Anerkennungsberatung (MoAB) der INBAS GmbH angeboten wird, gibt es vier feste Erstberatungsstellen im IQ Netzwerk Hessen: in Wiesbaden, Frankfurt, Gießen und Kassel. Während die Beratungsstellen in Frankfurt (beramí berufliche Integration e.V.), Gießen und Kassel (beide INBAS GmbH) ebenfalls in den Agenturen für Arbeit angesiedelt sind, ist die „Erstberatung qualifizierter Zuwanderer“ in Wiesbaden Teil des Amts für Zuwanderung und Integration. Hier ist die Anerkennungsberatung in eine städtische Behörde eingebunden, was sich in einem schnellen Informationsfluss und einer guten Zusammenarbeit mit der Ausländerbehörde und den Migrationsberatungsdiensten im Haus niederschlägt.

Hessenweite IQ Anerkennungshotline in Frankfurt

Bereits seit Juli 2011 existiert im IQ Netzwerk Hessen zudem ein telefonisches Beratungsangebot. Die IQ Anerkennungshotline, angesiedelt bei beramí in Frankfurt, spielt in der hessischen Struktur eine zentrale Rolle in Bezug auf die Vorklärung und Weiterleitung an die Face-to-Face Beratung - und leistet damit eine Entlastung der Beratungsstellen. Ratsuchende, die erste Informationen zum Anerkennungsverfahren benötigen, können die hessenweite Anerkennungshotline nutzen - von zu Hause aus, ohne Terminvereinbarung.

Beratungskonzept zeigt Wirkung: 19.000 Erstberatungen in Hessen seit August 2012

Dass das flächendeckende Beratungsmodell in Hessen erfolgreich etabliert werden konnte und die Vernetzung mit regionalen Akteuren in den Landkreisen Früchte trägt, zeigt sich nicht zuletzt an den hohen Beratungszahlen: Von 08/2012 bis 09/2017 fanden mehr als 19.000 Erstberatungen durch die Anerkennungsberatung des IQ Netzwerks Hessen statt. Hierzu leisteten auch die Beratungsangebote von beramí und Caritasverband Nordhessen Kassel e.V. ihren Beitrag. Die beiden Träger boten bereits 2011 telefonische und ab 2013 persönliche Beratungen an den Standorten Frankfurt (für Südhessen) und Kassel (für Nord-/Ost- und Mittelhessen) an. Damit haben sie die Beratungsstruktur in ihrer heutigen Form mitgeprägt und vielen Menschen mit ausländischen Qualifikationen auf ihrem Weg in qualifizierte Arbeit unterstützt.

Sie möchten mehr über die Anerkennungsberatung des IQ Netzwerks Hessen erfahren? Auf www.hessen-netzwerk-iq.de/anerkennungsberatung finden Sie weitere Informationen zum Thema, darunter auch eine Übersicht über alle Beratungsstandorte in Hessen sowie eine elektronische Terminanfrage. Über diese können Sie online einen Beratungstermin mit der zuständigen Anerkennungsberaterin oder dem zuständigen Anerkennungsberater vereinbaren.

Bildnachweis: IQ Netzwerk Hessen

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