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Interkulturelle Öffnung als Türöffner für eine gelingende Arbeitsmarktintegration von (Neu)Zugewanderten

Arbeits- und Kommunalverwaltungen, Betriebe und Organisationen stehen vor der Herausforderung, sich auf die Bedarfe einer zunehmend heterogenen Kundschaft bzw. Belegschaft einzustellen. Um auf die damit einhergehenden Anforderungen angemessen reagieren zu können, bedarf es sowohl der Stärkung interkultureller Kompetenz aufseiten der Mitarbeitenden als auch einen interkulturellen Öffnungsprozess der Institutionen.

Eine interkulturelle Öffnung von Organisationen ist eine strukturverändernde Aufgabe: Sie erleichtert Arbeitsabläufe, benötigt aber auch einen offenen Blick auf Zugangshürden und den Willen zur Veränderung. Bei diesem Prozess der Organisationsentwicklung werden Arbeits- und Kommunalverwaltungen sowie Betriebe durch das IQ Landesnetzwerk Hessen begleitet.

Türöffnerfunktion stärken

 

Der Prozess interkultureller Öffnung trägt dazu bei, Zugangsbarrieren für nach Deutschland (Neu)Zugewanderte zum Arbeitsmarkt abzubauen. Um dies umsetzen zu können, stärkt IQ die Jobcenter und Arbeitsagenturen sowie Kommunalverwaltungen (Ausländerbehörden, Sozialämter) in ihrer Türöffnerfunktion. Denn diese haben einen wesentlichen Einfluss darauf, die Chancen von Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchteten auf eine qualifikationsadäquate Beschäftigung nachhaltig zu verbessern.

Die Stärkung der Institutionen erfolgt durch Schulungen und Beratung, die den Mitarbeitenden Handlungssicherheit im Arbeitsalltag geben sollen. Das Schulungsangebot umfasst Grundsensibilisierungen in interkultureller Kompetenz sowie mit dem Schwerpunkt „Asyl & Flucht“ ebenso wie sprachsensible Beratung, Fallbesprechungen, kollegiale Beratung und länderspezifische Schulungen.

Des Weiteren werden passgenaue Lösungen in Bezug auf die interkulturelle Öffnung der Institutionen angeboten. Dabei nutzt das Angebot die Schnittstellen zum Diversity-Management: Denn Vielfalt betrifft nicht nur den Bereich Migration, sondern auch Seniorinnen und Senioren, Alleinerziehende oder Menschen mit Behinderung.

Doch wie kann der umfassende Öffnungsprozess so umgesetzt werden, dass er die Aufgabenlast der Arbeits- und Kommunalverwaltungen nicht vermehrt, sondern mittel- bis langfristig erleichtert?

Interkulturelle Öffnung als Teil der Beratungskompetenz in der Arbeitsverwaltung

Die Arbeitsbereiche, die im Kundenkontakt stehen – wie das Fallmanagement, die Zugangssteuerung, verschiedene Sachbearbeitungen – orientieren sich an professionellen Beratungskonzepten, die den Umgang mit Kundinnen und Kunden zielführend gestalten.

Das Schulungsangebot von IQ baut daher auf bereits vorhandenen Beratungsinstrumenten auf. Durch Wissensvermittlung und kollegialen Austausch stärkt es Haltungen, Wahrnehmungen und Handlungsstrategien mit Blick auf die Zielgruppe der Migrantinnen und Migranten. Dadurch, dass die Schulungen auf die speziellen Hürden im Beratungsgespräch eingehen, stärken sie den zielgruppengerechten Umgang, tragen zur Erleichterung der Arbeitsabläufe bei und führen im besten Fall zum Vermittlungserfolg.

Interkulturelle Öffnung als Teil der Fachkräftesicherung in KMU

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) haben einerseits einen Fachkräftebedarf, andererseits stehen sie vor der Herausforderung, dass Neuzugewanderte sich oftmals nicht an den Betrieb gebunden fühlen und kündigen.

Um diesem mangelnden Integrationsprozess entgegen zu wirken, begleitet und berät IQ hessische Betriebe. Hierbei werden passgenaue Formate angeboten wie Trainings, zwischenbetriebliche Austausche und Fachbegleitungen durch Workshops, Mentoringausbildungen, Sprachförderung oder auch Workshops zum Teambuilding im Betrieb. Für sämtliche Fragen rund um die Integration von Zugewanderten in qualifizierte Arbeit ist IQ Ansprechpartner.

Interkulturelle Öffnung in öffentlichen Verwaltungen

Kommunalverwaltungen in Hessen setzen zunehmend strukturanpassende Maßnahmen um, mit dem Ziel die migrationssensiblen Bereiche der Verwaltung effizienter zu gestalten. Erfolgreiche Teilhabe von Neuzugewanderten geht mit diesem Ziel Hand in Hand: Sobald sich die Verwaltungsstrukturen öffnen, erhalten Neuzugewanderte mehr Chancen sich nachhaltig zu integrieren. Gleichzeitig präsentieren sich die hessischen Kommunen damit als vielfaltsorientierte Institutionen und folglich als zukunftsfähiger Akteur in der Gesellschaft.

IQ begleitet Kommunalverwaltungen bei diesem Öffnungsprozess beispielsweise durch Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die dann Ansprechpersonen für ihre Arbeitsbereiche sind.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Für eine gelungene Integration von Zugewanderten in den Arbeitsmarkt ist interkulturelle Kompetenz und Öffnung der genannten Institutionen und Betriebe essenziell. Um dies zu gewährleisten, engagiert sich das IQ Landesnetzwerk Hessen auch in der neuen Förderperiode 2019-2022 in diesem Bereich.

Einen Überblick über alle aktuellen Angebote in Hessen finden Sie hier: Angebote zur interkulturellen Kompetenzentwicklung der zentralen Arbeitsmarktakteure

 

Autorinnen: Nadine Ebling, Dr. Lara Sigwart, Regina Wiegand

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